HTML5 und WAI-ARIA oder: die Suppe nicht versalzen

Referent: Jan Eric Hellbusch,

Mit HTML5 und WAI-ARIA können Webseiten semantisch angereichert werden. Allerdings weisen manche Webseiten sehr viele semantische Informationen auf – zu viele Informationen für eine effektive Nutzung mit einem Screenreader. Mit diesem Beitrag erhalten Sie wichtige Hinweise zur semantischen Anreicherung von HTML, welche Techniken vermieden werden sollten und wo zwischen traditioneller und moderner Auszeichnung entschieden werden muss.

Zunächst wird WAI-ARIA vorgestellt. WAI-ARIA steht für eine Suite von Dokumenten des W3C – allen voran Accessible Rich Internet Applications 1.0. WAI-ARIA erlaubt es Webentwicklern, komplexere Schnittstellen auf Webseiten – angefangen bei Tri-State-Checkboxen über Tab-Panels und Baumstrukturen bis hin zu Drag and Drop-Funktionen – für Hilfsmittel wie Screenreader zugänglich und nutzbar zu machen. WAI-ARIA fügt Inhalten neue Semantik und bessere Bedienbarkeit mit der Tastatur zu. Aber: Wie mit jeder anderen Technik auch gibt es sinnvolle und weniger sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für WAI-ARIA. Manche Webentwickler schaffen es sogar, durch den Einsatz von WAI-ARIA eine Website komplett unzugänglich zu machen.

HTML5 bietet ebenfalls mehr Semantik; allerdings ist nicht alles, was von Browsern unterstützt wird, auch in einem Screenreader zugänglich. Darüber hinaus gibt es in Sachen Semantik Schnittmengen zu WAI-ARIA. Auch bei HTML5 müssen Webentwickler wissen, für wen sie coden, was dabei einen Nutzen bringt und was vielleicht sogar einen Schaden bei der Screenreadernutzung verursacht. Anhand einiger Beispiele wird auf Besonderheiten in HTML5 hingewiesen.