Herausforderungen moderner Webpräsenzen

Referenten: Monika Thoms, Staats-und Universitätsbibliothek Hamburg – Carl von Ossietzky, Prof. Dr. Matthias Finck, NORDAKADEMIE – Hochschule der Wirtschaft
11:00
Hörsaal 13
max. Teilnehmer: 121

Moderne Websites müssen nicht nur aktuellen Trends folgen und damit mobil, responsive und barrierefrei sein, die Macher von komplexen Webangeboten finden sich seit Jahren zusätzlich in einem wachsenden Dilemma: Ein großer Teil der Nutzerinnen und Nutzer benötigt nur einen kleinen Teil ihres Internetangebots. Bei umfangreichen Bibliotheksangeboten – wie dem der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg (SUB Hamburg) – sind das z. B. die Katalogzugänge, der Ausleihkontozugang und die Öffnungszeiten.

Die Bibliotheksseiten bieten aber eine Vielzahl von weiteren Informationen und Diensten, die – wenn sie nachgefragt werden – leicht zugänglich und übersichtlich präsentiert werden müssen. Das Portefeuille reicht von reinen Contentseiten mit Informationsangeboten bis zu unterschiedlichen Datenbanksystemen mit Digitalisaten oder Sonderbeständen zu Schulungsangeboten und anderen Besonderheiten. Immer wieder müssen neue Websysteme, Dienste und Angebote optisch, funktional und technisch integriert werden.

Die Redaktion der Website der SUB Hamburg hat im Herbst 2014 begonnen, Nutzerbefragungen zu den Themen Nutzererwartung, Verständlichkeit und Navigation durchzuführen. Dabei wurde auf der Basis der Nutzerbefragungen ein Konzept entwickelt, Struktur und Navigation der Seite so aufzubauen, dass sie sowohl dem ‚Alltagsnutzer‘ als auch den ‚Spezialnutzern‘ gerecht wird. Alle zusätzlichen Websysteme neben dem Content-Management-System der Website, die ebenfalls zur gesamten Webpräsenz und Informationsvielfalt des Internetauftritts der SUB Hamburg gehören, sollen unabhängig von ihrer technischen Grundlage in einem homogenen Design dargestellt werden, alle gebräuchlichen Endgeräte sollen komfortabel unterstützt werden.
Dazu muss ein schmaler Grat zwischen Vereinheitlichung der Navigation und des Designs auf der einen Seite, aber auch Flexibilität und Eigenständigkeit der Drittsysteme auf der anderen Seite gefunden werden. Der Weg der SUB Hamburg ist hier, über einen automatischen, technischen Integrationsprozess die Hauptnavigation der Website in allen Drittsystemen integriert darzustellen, den Drittsystemen aber innerhalb der Rahmenstruktur viele Freiheitsgrade zu gewährleisten.

Das Ziel dabei ist, dass die Nutzer immer das Gefühl behalten, sich in einer konsistenten, homogenen Webpräsenz aufzuhalten, unabhängig davon, ob sie gerade auf dem CMS, dem Blog oder einem Katalogsystem unterwegs sind. Ein System für den Nutzer, viele Spezialwerkzeuge für die spezialisierten redaktionellen Fachkräfte.

Seit August 2015 wird dieses Konzept in Zusammenarbeit mit einer Agentur konsequent umgesetzt. Dieser Prozess wird von weiteren Nutzerbefragungen begleitet.
Es werden sowohl die Ergebnisse der Arbeit in Bezug auf die technische und inhaltliche Integration der Drittsysteme vorgestellt als auch die Arbeit der Webredaktion in der SUB Hamburg, die Ergebnisse der Nutzerbefragungen sowie der Abstimmungsprozess bis zum fertigen Design. (Relaunchtermin ist der 1. März 2016)