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Darius-Nikolaus Krupinski


Darius-Nikolaus Krupinski
Zum Referent
Organisation/ Firma: Verlagsgesellschaft W.E. Weinmann e.K.
WWW: www.weinmann-barrierefrei.de

Darius-Nikolaus Krupinski beschäftigt sich seit 2002 intensiv mit dem Thema Barrierefreiheit im Internet und von elektronischen Dokumenten. Im Projekt BIK – barrierefrei informieren und kommunizieren – war er an der Entwicklung des ersten Praxistests für barrierefreie PDF beteiligt. Als Produktmanager der Verlagsgesellschaft W.E. Weinmann e.K. ist er seit 2008 für die Barrierefreiheit von PDF-Dokumenten und PDF-Formularen der Kunden verantwortlich. Herr Krupinski arbeitet in der technischen Arbeitsgruppe für PDF/UA der PDF Association mit und verbindet so Theorie und Praxis miteinander.

Zum Vortrag

Interne Qualitätssicherung barrierefreier PDF-Dokumente

  • Datum: 21.03.2014
  • Beginn: 12 Uhr
  • Ort: Hörsaal 12 (176 Plätze)

Seit August 2012 ist der PDF/UA-Standard als ISO-Norm ISO 14289-1 veröffentlich worden. Um diesen Standard praxisgerecht umzusetzen und die eigene Arbeit prüfen zu können, gibt es die Prüfwerkzeuge PAC 1.3 sowie PAC 2.0. Zudem wird der Screenreader NVDA so weiterentwickelt, dass er die Vorteile von PDF/UA für blinde Nutzerinnen und Nutzer erschließbar macht. Zunehmend wird auch in Ausschreibungen der Behörden für barrierefreie PDF-Dateien das erfolgreiche Bestehen der PAC-Prüfung gefordert. In der Session werden PAC 1.3 sowie PAC 2.0 mit ihren Vor- und Nachteilen vorgestellt. Des weiteren gibt es Tipps, welches Werkzeug für welchen Prüfschritt gegenwärtig die beste Wahl darstellt. Auch wichtige Unterschiede bei den gängigen Screenreadern und Hilfsmitteln für Sehbehinderte werden angesprochen.

"Der ISO-Standard 14289-1, bekannt als PDF/UA, erschien im Sommer 2012. Er beschreibt erstmalig und einheitlich die Anforderungen an barrierefreie PDF-Dokumente." aus: 'PDF/UA kompakt' von Olaf Drümmer & Bettina Chang. Im Gegensatz zu Aussagen wie "barrierefreie PDF" oder "BITV 2.0 konforme PDF" – unter denen nahezu jeder etwas anderes versteht – bietet dieser Standard ein Regelwerk, welches auch (halbautomatisch) geprüft werden kann.

Das zugehörige Prüfwerkzeug heißt PDF Accessibility Checker (PAC) und steht in den beiden Version 1.3 sowie 2.0.1 zur Verfügung. Beide Versionen verfolgen unterschiedliche Ansätze, um die Prüfung vorzunehmen: PAC 1.3 einen web-basierten Ansatz, PAC 2.0 einen Ausgabe-spezifischen Ansatz (unterschiedliche Wahrnehmung desselben PDF; Konzentration auf bestimmte Visualisierungsebenen). Beide Versionen haben ihre Vor- und Nachteile, wenn sie zur internen Qualitätssicherung eingesetzt werden.

Neuer heißt auch hier nicht immer besser! Bei der internen Qualitätssicherung können diese Werkzeuge sowohl am Ende einer Kette von Einzelprüfungen (Optische Sichtprüfung, Umfließen-Modus, Vollständige Prüfung, …) als auch für Teilaspekte eingesetzt werden (z.B. Prüfung von Alternativtexten oder Tabellenspaltenüberschriften). Neben der Erfüllung von formalen Anforderungen (= Spezifikationen wie ISO 32000-1 und ISO 14289-1) sind allerdings immer wieder Praxisprüfungen notwendig. Hierzu dient in der Regel als Screenreader NVDA, da dieses Produkt nicht nur kostenlos angeboten wird, sondern im Laufe der weiteren Entwicklung die Vorteile und Möglichkeiten von PDF/UA vollständig abdecken soll. Dennoch dürfen wichtige andere Screenreader (vor allem JAWS) aber auch alternative PDF Viewer wie VIP-Reader oder auch Foxit-Reader (für Sehbehinderte) nicht unberücksichtigt bleiben. Nur durch die Berücksichtigung praxisrelevanter Hilfsmittel kann der Spagat zwischen formaler und praxistauglicher Barrierefreiheit von PDF-Dokumenten gemeistert werden.